Shelf Cloud

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Shelf Cloud:

Sie erscheint als langgestreckte, dunkle und oft drohende Wolkenwalze unterhalb von Cumulonimbus (Cb) oder (selten) Cumulus. Die Shelf Cloud befindet sich meist an der in Zugrichtung vorderen unteren Begrenzung des Cb bzw. Cu.

Die Shelf Cloud gehört zur Sonderform Arcus, sie ist dabei mit der Unterseite des Cb bzw. Cu verbunden. Bei der zweiten Form von “Arcus”, der Roll Cloud, hat sich die Wolkenwalze von der Mutterwolke gelöst und erscheint dann als eigenständiger, rollenähnlicher Wolkenwulst.

Shelf Clouds entstehen oft bei Gewittern und Schauern unterhalb der Mutterwolke (meist Cumulonimbus), sie bezeichnen häufig den Vorderrand der sich unter dem Cb ausbreitenden Gewitterkaltluft (siehe Bild 4/5). Daher sind Shelf Clouds oft mit starken Böen verbunden (aber nicht immer). Die Shelf Cloud kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Schwächer entwickelte Shelf Clouds erscheinen in sich unstrukturierter (Bild 3/5), stärker entwickelte Shelf Clouds (1/5 bzw. 2/5) erscheinen insgesamt schärfer abgegrenzt. Shelf Clouds entwickeln sich mitunter aber auch an (Kalt-)Fronten, zuweilen ohne Gewitter (Bild 5/5).

Der vordere Außenrand einer Shelf Cloud erscheint mitunter glatt und lenticularis-ähnlich begrenzt, bisweilen gestuft (daher der Name). Dies zeigt das erzwungene Aufsteigen der warmen Luft auf der Vorderseite der Wolke an (siehe Bild 1/5). Die Unter- und Rückseite der Shelf Cloud erscheint hingegen oft zerrissen und cumulus-ähnlich durchsetzt. Dies zeigt das turbulente Hereinbrechen der tieferliegenden (Gewitter-)Kaltluft an (siehe Bild 4/5 und 5/5).

Mit dem Auftauchen einer Shelf Cloud ist ein unmittelbar bevorstehender Wetterumschwung verbunden, zumeist in Form von (kräftigen) Schauern und Gewittern, nicht selten mit starken Windböen. Daher wird hierfür auch oft die Bezeichnung “Böenwalze” verwendet. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hier die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text und Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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