Cirrocumulus castellanus

C

Cirrocumulus castellanus (Cc cas):

Diese CirrocumulusArt beschreibt den zinnenförmigen Cc. Bei dieser Form entwickeln sich aus einer Wolkenbank heraus kleine Türmchen vertikal nach oben. Dadurch entsteht – wie bei Castellanus typisch – der zinnen- bzw. zahnförmige Eindruck dieser Wolke. Castellanus kommt außer bei Cc auch noch bei Cirrus (Cirrus castellanus), Altocumulus (Altocumulus castellanus) und Stratocumulus (Stratocumulus castellanus) vor. Beim Cirrocumulus liegt die Breite der Wolkentürmchen typischerweise unter 1° (entspricht der Breite des kleinen Fingers, bei ausgestrecktem Arm).

Die kleinen Türmchen eines Cirrocumulus castellanus sehen normalerweise so aus:

Cirrocumulus castellanus
Cirrocumulus castellanus

Hinweis: Das oben gezeigte Bild wird auch im neuen, 2017 herausgegebenen Wolkenatlas von der WMO als offizielle Abbildung eines Cc castellanus verwendet. Die Türmchen finden sich klassisch ausgeprägt in der Bildmitte rechts. Da sie obendrein in Wellen angeordnet sind, handelt es sich hierbei um Cirrocumulus castellanus undulatus.

Im Detail sieht die Struktur eines Cirrocumulus castellanus so aus:

Cirrocumulus castellanus (Detail)
Cirrocumulus castellanus (Detail)

Man erkennt in der Bildmitte querliegend gut die aus einer gemeinsamen Wolkenbank nach oben hin ausgreifenden Türmchen und den dadurch verursachten Eindruck einer zinnen- bzw. zahnförmigen Wolkenreihe.

Cirrocumulus castellanus entsteht bei instabiler Schichtung in der hohen Troposphäre, normalerweise oberhalb von 7 km Höhe (im Winter kann Cc castellanus auch darunter auftreten).

Cirrocumulus castellanus kann bisweilen auch nur gering ausgeprägt erscheinen, so wie hier…

Cirrocumulus castellanus - schwach ausgeprägt
Cirrocumulus castellanus – schwach ausgeprägt

Häufig kann bei Auftreten eines Cc cas beobachtet werden, dass die gemeinsame, horizontal verlaufende Wolkenbank nicht in allen Bereichen des Cc-Feldes durchgehend entwickelt ist, sondern oft auch nur angedeutet ist bzw. ganz fehlt. Damit zeigt sich auch hier (wie auch bei Ac castellanus bzw. Sc castellanus) die enge Verbindung zwischen den Wolkenarten Castellanus und Floccus. In folgendem Bild ist dies recht gut zu erkennen:

Cirrocumulus castellanus und Cirrocumulus floccus
Cirrocumulus castellanus und Cirrocumulus floccus

Im linken Bildteil unten ist eine gemeinsame Wolkenbank vorhanden, aus der sich die Türmchen entwickeln. Dort handelt es sich um Cirrocumulus castellanus. Im rechten Bildteil sind die einzelnen (ballenförmigen) Wolkenelemente jedoch voneinander getrennt. Dort handelt es sich daher um Cirrocumulus floccus.

Cirrocumulus castellanus tritt oft auch mit anderen Cirren auf, und das durchaus in jeweils unterschiedlichen Höhenlagen:

Cirrocumulus castellanus und Cirrus in verschiedenen Höhenlagen
Cirrocumulus castellanus und Cirrus in verschiedenen Höhenlagen

Cirrocumulus castellanus kann unmittelbar als eigenständige Wolkenart entstehen, aber auch durch Umwandlung aus Cirrus bzw. Cirrostratus sowie bisweilen auch aus Altocumulus.

Sonderfälle

In manchen Fällen ist die eindeutige Zuordnung zu Cirrocumulus castellanus nur schwer zu treffen, insbesondere dann, wenn Cc cas gleichzeitig zusammen mit Cirrus castellanus auftritt:

Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus
Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus

Die Hauptwolkenbänke oben und unten im Bild sind als Cirrus castellanus zu klassifizieren, da es sich einmal nicht um cumuliforme Wolkenformen handelt (Wolkenbank unten), zum anderen ein Wolkenschatten zu erkennen ist (Wolkenbank oben), was bei Cc aber nie vorkommt. Nur die kleinen Wolkenbänke dazwischen können als Cirrocumulus castellanus (radiatus undulatus) angesehen werden, da hier der cumuliforme Anteil überwiegt, kein Wolkenschatten zu sehen ist und die Breite der Türmchen weniger als 1° beträgt…

Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus - Detail
Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus – Detail

Auch Kondensstreifen können sich nach längerer Zeit zu Cirrocumulus umwandeln und bei instabilen Verhältnissen in diesen Höhenlagen ebenfalls Castellanus-Form aufweisen. Dabei gibt es aber – ähnlich wie zuvor beschrieben – eine große Verwechslungsgefahr mit Cirrus castellanus:

Cirrocumulus castellanus (aus Kondensstreifen entstanden)
Cirrocumulus castellanus (aus Kondensstreifen entstanden)

Mit dem Erscheinen von Cirrocumulus castellanus kann in einigen Fällen eine Veränderung der lokalen Wetterverhältnisse erwartet werden. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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