Wolkenklassifikation

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Wolkenklassifikation:

Wolken werden durch Beobachtung klassifiziert. Sie können morphologisch nach ihrem Aussehen, ihrer Erscheinung und ihren Formen unterschieden werden sowie nach ihrer Höhenlage.

Die Wolkenklassifikation umfasst:

Wolkengattungen: zehn Hauptwolkentypen (wobei die Wolkengattungen anhand ihrer Höhenlage auch noch nach Wolkenfamilien zusammengefasst werden können.

Wolkenarten: beziehen sich in der Regel auf das Aussehen, die Form und die Gestalt von Wolken.

Wolkenunterarten: beziehen sich in der Regel auf die interne Struktur der Wolke, auf die Anordnung der Wolkenelemente sowie auf die Lichtdurchlässigkeit der Wolke.

Sonderformen: Dies sind sichtbare, auffallende Erscheinungen an den jeweiligen Wolken bzw. nahe der jeweiligen Wolken, wobei es sich jedoch nicht um eigenständige neue Wolkenbildungen handelt.

Begleitwolken: Sie entwickeln sich nicht eigenständig, sondern kommen nur im Zusammenhang mit anderen, meist größeren Wolken vor.

(Text – alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Wolkenunterarten

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Wolkenunterarten:

Bei der Wolkenbestimmung und –klassifikation können die meisten der zehn Wolkengattungen und vierzehn Wolkenarten weiter unterteilt werden, und zwar jeweils in Wolkenunterarten.

Wolkenunterarten beziehen sich in der Regel auf die interne Struktur der Wolke, auf die Anordnung der Wolkenelemente sowie auf die Lichtdurchlässigkeit der Wolke. So gibt es zum Beispiel eine wellenförmige Anordnung von Wolkenelementen (Bezeichnung: undulatus), die es bei den Wolkengattungen Cirrocumulus, Cirrostratus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus und Stratus gibt. Ein anderes Beispiel: Eine löchrige Struktur in Wolkenelementen (Bezeichnung: lacunosus) gibt es bei den Wolkengattungen Cirrocumulus, Altocumulus und Stratocumulus.

Die meisten Wolkenunterarten kommen bei mehreren Wolkengattungen und Wolkenarten vor. Beobachtet man den Himmel, so können zur gleichen Zeit auch an einer Wolke selbst mehrere Unterarten existieren. So kann zum Beispiel ein Altocumulus stratiformis gleichzeitig die Unterarten “Translucidus”, “Radiatus” und auch “Undulatus” aufweisen. Nur “Translucidus” und “Opacus” schließen sich gegenseitig aus, wenn man nur eine Stelle am Himmel beobachtet.

Die Wolkenunterarten:

intortus – verwickelte Anordnung (Cirrus)
vertebratus – fischgrätenförmige Anordnung (Cirrus)
undulatus – wellige Anordnung (Cirrocumulus, Cirrostratus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus, Stratus)
radiatus – strahlenförmige Anordnung (Cirrus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus, Cumulus)
lacunosus– löchrige Anordnung (Cirrocumulus, Altocumulus, Stratocumulus)
duplicatus – doppelte/mehrfache Anordnung (Cirrus, Cirrostratus, Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus)
translucidus – hell, lichtdurchlässig (Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus, Stratus)
opacus – dunkel, lichtundurchlässig (Altocumulus, Altostratus, Stratocumulus, Stratus)
perlucidus – hindurchscheinend (zwischen den Wolkenelementen) (Altocumulus, Stratocumulus)

Daneben wird weiter unterschieden in:
Sonderformen und Begleitwolken.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Wolkenarten

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Wolkenarten:

Bei der Wolkenbestimmung und –klassifikation können die meisten der zehn Wolkengattungen weiter unterteilt werden, und zwar jeweils in Wolkenarten.

Wolkenarten beziehen sich in der Regel auf das Aussehen, die Form und Gestalt von Wolken. So gibt es zum Beispiel flockenförmiges Aussehen von Wolken (Bezeichnung: floccus), das es bei den Wolkengattungen Cirrus, Cirrocumulus und Altocumulus gibt. Ein anderes Beispiel: Ein zerfetztes Aussehen von Wolken (Bezeichnung: fractus) gibt es bei den Wolkengattungen Stratus und Cumulus.

Es gibt Wolkenarten, die nur zu einer bestimmten Gattung gehören, andere Wolkenarten wiederum kommen bei mehreren Wolkengattungen vor. Beobachtet man eine bestimmte Wolke, so schließen sich die Wolkenarten gegenseitig aus. So kann zum Beispiel ein Cumulus humilis nicht gleichzeitig auch ein Cumulus congestus sein. Beobachtet man dagegen den ganzen Himmel, so können unterschiedliche Arten einer Wolkengattung vorkommen. So kann ein Cumulus congestus sehr wohl direkt neben einem Cumulus humilis auftreten.

Die Wolkenarten:

fibratus – faserförmig (Cirrus, Cirrostratus)
uncinus – hakenförmig (Cirrus)
spissatus – dicht (Cirrus)
castellanus – zinnenförmig (Cirrus, Cirrocumulus, Altocumulus, Stratocumulus)
floccus – flockenförmig (Cirrus, Cirrocumulus, Altocumulus)
stratiformis – schichtförmig (Cirrocumulus, Altocumulus, Stratocumulus)
nebulosus – nebelförmig (Cirrostratus, Stratus)
lenticularis – linsenförmig (Cirrocumulus, Altocumulus, Stratocumulus)
fractus – zerfetzt (Stratus, Cumulus)
humilis – niedrig (Cumulus)
mediocris – mittelgroß (Cumulus)
congestus – aufgetürmt (Cumulus)
calvus – kahlköpfig (Cumulonimbus)
capillatus – haarig (Cumulonimbus)
neu seit 2017: volutus – rollen-, walzenförmig (Altocumulus, Stratocumulus)

Daneben wird weiter unterschieden in:
Wolkenunterarten, Sonderformen und Begleitwolken.

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Vesperalis (alt)

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Vesperalis (alt):

(abgeleitet von lat. vesper = Abend)

Alte, nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung als eigenständige Wolkenart für einen in den Abendstunden aus Cumulus entstandenen Stratocumulus (Sc vesperalis). Damit waren insbesondere die flachen, meist länglichen oder zigarrenförmigen Wolken gemeint, die sich nach einem Schönwettertag mit Cumulus-Konvektion am späten Nachmittag und frühen Abend aus den Haufenwolken bildeten.

Heutige Bezeichnung: Stratocumulus cumulogenitus (keine eigenständige Wolkenart mehr).

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Cumulonimbus calvus
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Velum (vel)

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Velum (vel):

(lat. von velum = Schiffssegel)

Diese Begleitwolke gibt es nur bei Cumulus und Cumulonimbus und damit bei den Wolken mit großer vertikaler Erstreckung.

Es handelt sich dabei um Begleitwolken in Form von größerflächigen Schleiern oder Feldern. In der Regel befindet sich Velum am oberen Teil eines Cu oder Cb bzw. direkt über dem Cu bzw. Cb. Meist befindet sich Velum dabei im mittleren Wolkenstockwerk, selten im unteren Wolkenstockwerk. Velum hält sich einige Zeit und wird von den Quellungen von Cu und Cb oft durchstoßen. In manchen Fällen können sich mehrere Velum-Schleier übereinander entwickeln. Ähnliche Begleitwolken von kleiner horizontaler Ausdehnung in Kappen- und Haubenform über Cu- bzw. Cb-Quellungen werden als “Pileus” bezeichnet.

Die Entwicklung von Velum ist Zeichen einer erhöhten Wolkenaktivität in vertikaler Richtung und oft (nicht immer) Anzeichen für kommende Wetterverschlechterung, häufig in Form von Schauer- bzw. Gewitterlagen.

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Vertebratus (ve)

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Vertebratus (ve):

(lat. vertebratus = skelettartig)

Diese Wolkenunterart gibt es hauptsächlich bei Cirrus. Diese Klassifizierung gehört damit zu den hohen Wolken. Sie wird seit 1905 verwendet.

Es handelt sich um einen Cirrus, bei dem Teile der Wolke wie eine Wirbelsäule, wie Rippen oder wie ein Fischskelett aussehen.

Cirrus vertebratus kommt recht häufig vor und kann bei den verschiedenen Arten des Cirrus (fibratus, uncinus, spissatus, selten bei castellanus und floccus) auftreten.

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Virga (vir)

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Virga (vir)

(lat. von virga = Stock, Zweig, Rute)

Diese Sonderform kommt bei den Wolkengattungen vor, bei denen Niederschlag in Form von Eiskristallen und/oder Wassertröpfchen aus den Wolken ausfallen kann, und zwar bei Cirrocumulus, Altocumulus (Altocumulus virga), Altostratus (Altostratus virga), Nimbostratus, Stratocumulus, Cumulus, Cumulonimbus und bisweilen auch bei Cirrus. (Alte, heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung: Praecipitans.)

Wichtig ist, dass bei “Virga” dieser Niederschlag nicht den Erdboden erreicht. Das ist in Form von Fallstreifen zu sehen, die unterhalb der Wolke als Niederschlags”schleppen” senkrecht oder schräg herabhängen. (Diese Fallstreifen laufen häufig spitz nach unten aus, von daher rührt die Bezeichnung “Virga”.) Manchmal sind die Fallstreifen auch noch in der Luft zu sehen, wenn sich die Wolke, von der sie stammen, schon längst aufgelöst hat.

Niederschlag, der den Boden erreicht und gleichzeitig als Fallstreifen unterhalb einer Wolke zu sehen ist, wird als “Praecipitatio” klassifiziert.

Die verschiedenen Virga-Formen lassen häufig Rückschlüsse auf das kommende Wetter zu. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hier die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

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Undulatus (un)

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Undulatus (un):

(lat. von undula = Welle, wellig)

Diese Wolkenunterart gibt es bei den Wolken, die sich oft in Feldern, Flecken und Schichten am Himmel ausbreiten, und zwar bei Cirrostratus, Cirrocumulus, Altocumulus (= Altocumulus undulatus), Altostratus (= Altostratus undulatus), Stratocumulus und Stratus. Undulatus tritt also in allen Wolkenstockwerken auf. Als Bezeichnung wurde “Undulatus” erstmals 1896 erwähnt.

Es handelt sich dabei um Cs, Cc, Ac, As, Sc oder S, wobei die Schichten, Flecken oder Felder eine wellige Struktur aufweisen. Die Wellenform kann dabei nur auf der Unterseite der Wolke auftreten, aber auch die gesamte Wolke umfassen. Manchmal gibt es gleichzeitig auch zwei erkennbare Wellenmuster, die verschiedenartig angeordnet sind.

Mit der Bezeichnung “Undulatus” wird die kleinräumige Struktur der Wolke klassifiziert. (Bei “Radiatus” entstehen bisweilen auch parallel verlaufende wellenähnliche Strukturen, die aber meist größer sind als die einzelnen Formen bei Undulatus.)

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Uncinus (unc)

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Uncinus (unc):

(lat. uncinus = hakenförmig)

Diese Wolkenart gibt es bei Cirrus. Diese Klassifizierung gehört damit zu den hohen Wolken. Sie wird bereits seit 1889 verwendet.

Es handelt sich um einen Cirrus, der wie ein Komma aussieht, oder bei dem die Wolkenteile nach oben hin hakenförmig auslaufen. Die oberen Teile des Cirrus uncinus haben dabei nicht die Form einer Quellung.

Beim Cirrus uncinus werden noch mehrere Unterarten (intortus, radiatus, vertebratus, duplicatus) sowie Sonderformen (mamma, bisweilen virga) unterschieden. Damit kann diese Wolkenart bei ihrem Auftreten genau klassifiziert werden.

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