Radiatus (ra)

R

Radiatus (ra):

(lat. von radiare = ausstrahlen)

Diese Wolkenunterart gibt es bei Wolken aus allen Stockwerken, und zwar bei Cirrus, Altocumulus (Altocumulus radiatus), Altostratus, Stratocumulus und Cumulus. Die Bezeichnung wird seit 1926 verwendet.

Es handelt sich dabei um Ac, As oder Sc, die als Wolkenschicht entweder eine breite, parallel verlaufende, streifige Struktur aufweisen. Oder um Ci, Ac, As, Sc oder Cu, die als Wolken selbst in parallel verlaufenden Streifen angeordnet sind.  Aufgrund der Perspektive scheinen diese Strukturen bzw. Streifen am Horizont zusammenzulaufen (sog. Radiationspunkt). Für Cirrus radiatus ist aufgrund seiner Bedeutung für die Wettervorhersage der Eigenname “Polarbanden” gebräuchlich (hauptsächlich in der Seeschifffahrt).

Mit der Bezeichnung “Radiatus” wird also die großräumige Struktur der Wolke klassifiziert.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Spissatus (spi)

S

Spissatus (spi):

(lat. spissare = verdichten, verdicken)

Diese Wolkenart gibt es nur bei Cirrus. Diese Klassifizierung gehört damit zu den hohen Wolken. Sie wird seit 1949 verwendet (vorher: densus).

Es handelt sich um einen dichten Cirrus. Die Wolkenteile sind so dicht, dass sie zum Beispiel grau erscheinen, wenn man sie gegen die Sonne betrachtet. Das Licht von Sonne und Mond kann durch einen Ci spi ziemlich eingetrübt werden.

Beim Cirrus spissatus werden noch mehrere Unterarten (intortus, radiatus, vertebratus, duplicatus) sowie Sonderformen (mamma, bisweilen virga) unterschieden. Damit kann diese Wolkenart bei ihrem Auftreten genau klassifiziert werden.

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Perlucidus (pe)

P

Perlucidus (pe):

(lat. perlucidus = hindurchscheinend)

Diese Wolkenunterart gibt es bei den mittelhohen und tiefen Wolken, welche oft in Feldern, Flecken und Schichten flächig ausgebreitet sind, und zwar bei Altocumulus (Ac) und Stratocumulus (Sc). Die Bezeichnung “Perlucidus” wird seit 1951 verwendet.

Es handelt sich dabei um Ac oder Sc, welche sich in der Art “Stratiformis” horizontal in Schichten, Feldern und Flecken ausbreiten und gleichzeitig zwischen den einzelnen Wolkenelementen Lücken zeigen. Durch diese Lücken sind Sonne, Mond, blauer Himmel oder andere Wolken zu sehen.

Die Wolken selbst können dabei zusätzlich ihrerseits ebenfalls durchscheinend sein (translucidus), aber auch dick und undurchsichtig (opacus). Entscheidend ist, dass bei Perlucidus Lücken zwischen den Wolkenelementen vorkommen. Mit der Bezeichnung „Perlucidus“ wird die Struktur einer Wolkenschicht von Ac und Sc klassifiziert. (Bei Cirrocumulus (Cc) wird die Unterart “Perlucidus” übrigens nicht verwendet, da Cc als Wolkenschicht stets Lücken zwischen den einzelnen Wolkenelementen zeigt.)

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Translucidus (tr)

T

Translucidus (tr):

(lat. translucidus = durchsichtig)

Diese Wolkenunterart gibt es bei den mittelhohen und tiefen Wolken, die oft flächig ausgebreitet sind, und zwar bei Altocumulus (= Altocumulus translucidus), Altostratus, Stratocumulus und Stratus. (Hohe Wolken sind im Allgemeinen immer durchsichtig, so dass diese Unterart dort nicht extra verwendet wird.) Die Bezeichnung “Translucidus” wird seit 1926 verwendet.

Es handelt sich dabei um Ac, As, Sc oder S, welche sich horizontal in Schichten, Feldern und Flecken ausbreiten und gleichzeitig so durchsichtig sind, dass tagsüber die Sonne bzw. nachts der Mond durch die Wolkenschicht hindurch sichtbar sind. Sonne und Mond müssen dabei durch die Wolkenschicht selbst zu sehen sein, nicht etwa nur durch Lücken zwischen den einzelnen Wolkenelementen (siehe hierzu: perlucidus). Mit der Bezeichnung „Translucidus“ wird die Durchsichtigkeit der Wolke klassifiziert. Der Gegensatz von “Translucidus” ist -> Opacus.

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Stratiformis (str)

S

Stratiformis (str):

(lat. stratus = Schicht und form = Gestalt)

Diese Wolkenart gibt es bei den Wolken, die sowohl flächig ausgebreitet als auch vertikal entwickelt sein können, und zwar bei Cirrocumulus, Altocumulus (= Altocumulus stratiformis) und Stratocumulus. Damit wird klargestellt, dass diese Wolken sich horizontal und nicht vertikal entwickeln. Die Bezeichnung “Stratiformis” ist seit 1949 in Gebrauch.

Es handelt sich dabei um Cc, Ac oder Sc, die sich horizontal in Schichten, Feldern und Flecken ausbreiten. Die horizontale Erstreckung ist dabei viel größer als eine eventuell gleichzeitig vorhandene vertikale Ausdehnung. Mit der Bezeichnung „Stratiformis“ wird die schichtförmige Ausbreitung der Wolke klassifiziert.

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Stratocumulus (Sc)

S

Stratocumulus (Sc):

Dies ist die am häufigsten vorkommende Wolke. Die „Haufenschichtwolke“ ist eine Wolkengattung des tiefen Wolkenstockwerks und kommt in der Regel zwischen 0 und 2 Km über dem Erdboden vor. Sie besteht hauptsächlich aus Wassertröpfchen (gehört damit zu den Wasserwolken). Die Bezeichnung “Stratocumulus” wird bereits seit dem Jahre 1840 verwendet.

Der Sc tritt in Form von Feldern, Schichten, Schollen und Walzen auf, wobei die horizontale Erstreckung der Wolke immer deutlich größer ist als ihre vertikale Erstreckung. Die einzelnen Wolkenelemente sind in der Regel größer als 5° (mehr als zwei Daumen breit, bei ausgestrecktem Arm), wodurch diese Wolke meist gut von Altocumulus bzw. Cirrocumulus unterschieden werden kann.

Der Sc lässt nur in seiner dünnen Form (translucidus) Sonne und Mond erkennen, meist verdeckt er beide (opacus). Die Wolke kann sehr langlebig sein und sich tage- bzw. wochenlang über einer Region halten. Vor allem im Bereich der subtropischen Antizyklonen sind fast durchgängig geschlossene Sc-Schichten die Regel.

Für den Sc existieren mehrere Arten (stratiformis, lenticularis, castellanus) und Unterarten (translucidus, perlucidus, opacus, duplicatus, undulatus, radiatus, lacunosus) sowie Sonderformen (mamma, virga, praecipitatio sowie – neu definiert seit 2017 – asperitas, fluctus und cavum) so dass die Wolke vollständig klassifiziert werden kann. Sofern Stratocumulus nicht unmittelbar als eigenständige Wolkengattung entsteht, kann sich Sc indirekt auch aus den Mutterwolken Altostratus, Nimbostratus, Cumulus und Cumulonimbus entwickeln (Zusatzbezeichnung: -genitus; frühere eigenständige Wolkenart für einen abends aus Cumulus entstandenen Stratocumulus: Sc vesperalis).

Viele Arten und Unterarten des Statocumulus spielen eher für die lokale Wettervorhersage eine Rolle. Denn diese sind eher Ausdruck der momentanen Wettersituation. Bestimmte Formen des Sc können jedoch als Anzeiger für kommende Wetteränderungen verwendet werden. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hier die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

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Stratus (S)

S

Stratus (S):

Diese Schichtwolke ist eine Wolkengattung des tiefen Wolkenstockwerks, sie kommt in der Regel zwischen 0 und 2 Km über dem Erdboden vor. Neben einigen Wolkenteilen des Cumulonimbus ist der Stratus die Wolke, die dem Boden am nächsten kommt und ihn in Form von Nebel- und Hochnebelschwaden auch berührt. Der Stratus besteht in der Regel hauptsächlich aus Wassertröpfchen, er gehört damit zu den Wasserwolken. Die Bezeichnung “Stratus” wurde bereits im Jahre 1803 von Luke Howard eingeführt.

Der S tritt meist in Form konturloser Schichten und Felder auf. Sehr häufig gibt es ihn in der kalten Jahreszeit innerhalb von Antizyklonen über Landflächen (als Hochnebel) bzw. in der wärmeren Jahreszeit über kalten Seegebieten (als Seenebel). An den Rändern dieser Stratus-/Hochnebelfelder kann die Wolke auch in Form von zerfetzten Schwaden beobachtet werden. Daneben kommt der Stratus häufig auch als tiefliegende Wolkenfetzen bei Schlechtwetter vor. In seinen dünneren Teilen (translucidus) sind Sonne und Mond erkennbar, meist jedoch verdeckt der Stratus beide (opacus).

Für den S gibt es zwei Arten (nebulosus, fractus, letzterer früher: Fractostratus) und drei Unterarten (opacus, translucidus, undulatus) sowie zwei Sonderformen (praecipitatio sowie neu seit 2017: fluctus), wodurch diese Wolkengattung gut klassifiziert werden kann. Tritt Stratus fractus bei Schlechtwetter auf, so wird er als Pannus bezeichnet. Sofern Stratus nicht unmittelbar als eigenständige Wolkengattung entsteht, kann sich S indirekt auch aus den Mutterwolken NimbostratusCumulus und Cumulonimbus  entwickeln.

Der Stratus spielt hauptsächlich bei der lokalen Wettervorhersage eine Rolle. Denn er ist in erster Linie Ausdruck der aktuellen Wetterverhältnisse. So kommt ihm bei der Nebelvorhersage eine entscheidende Rolle zu.

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