Wetter: Was erwartet uns im Jahr 2017?

2. Januar 2017: Ein neuer Gastkommentar erscheint in der “Fuldaer Zeitung” –

Dr. Martin Gudd mit Gedanken über das neu begonnene Jahr 2017, über die Sinnlosigkeit von langfristigen Wetterprognosen – und was wir an Wetter vielleicht doch im neuen Jahr erwarten können.

Den gesamten Beitrag (im pdf-Format) lesen Sie hier.

(Mit herzlichem Dank an die Fuldaer Zeitung für die Erlaubnis zur Wiederveröffentlichung.)

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24. Juni 2016: Die Entstehung eines Unwetters – Bilddokumentation

Am 24. Juni 2016 gab es in vielen Regionen von Deutschland zum Teil sehr heftige Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Besonders betroffen waren u.a. Stromberg und Umgebung im nördlichen Kreis Bad Kreuznach sowie Trechtingshausen und Umgebung im Kreis Mainz-Bingen. Hier gab es kurz nach Mittag durch Sturzfluten nach einem Wolkenbruch zum Teil erhebliche Verwüstungen.

Die folgenden Aufnahmen zeigen die Entwicklung des Unwetters, gesehen von Bad Kreuznach aus:

Kurz vor 13 Uhr entstand über dem Soonwald innerhalb weniger Minuten ein hochreichender Cb capillatus, der weitere massive Quellformen auf seiner Südwestseite aufwies.

Cb capillatus, 24.6.2016

Cb capillatus über Soonwald, 24.6.2016

(Dieser Cumulonimbus entstand im übrigen seinerseits auf der Südwestseite eines ersten massiven Unwetters, das seit der Mittagszeit über den Hunsrück hinweg in den Rhein-Lahn-Kreis zog und dort massiven Hagelschlag verursachte.)

Hier ein Zeitraffer-Video des entstehenden Unwetters ab 12.50 Uhr (Standort Bad Kreuznach, Blickrichtung: NW, Soonwald): Gut zu erkennen ist, wie der sich entwickelnde Multi-Cell-Storm in der rechten Hälfte des Bildes augenscheinlich stationär erscheint, während gleichzeitig von links (= Südwesten) weiterer Wolkennachschub folgt. Das Resultat: beginnender Starkniederschlag über dem östlichen Soonwald.

Kurz nach 13 Uhr verlagerte sich der Schwerpunkt des stärksten Niederschlags weiter ostwärts und erfasste dort die Region Stromberg und Umgebung sowie die ost- und nordostwärts gelegenen Regionen am Mittelrheintal.

Die folgenden Bilder zeigen den extrem starken Niederschlag aus mehreren Kilometern Entfernung gegen 13.30 Uhr (Standort: Bad Kreuznach, Blickrichtung NNW):

24. Juni 2016: Wolkenbruch bei Stromberg

24. Juni 2016: Unwetter bei Stromberg

Aus dem Kern des Gewitters herauslaufende Windböen, die selbst in Bad Kreuznach noch mit Stärke 7 zu spüren waren, sowie zahlreiche sogenannte Outflow Features an der Unterseite des Cb zeigten auch aus der Entfernung an, dass örtlich begrenzt ein extremes Niederschlagsereignis stattfand. Die Sturzfluten als Folgen des Wolkenbruchs waren verheerend.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)

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Wetter: Ein Beitrag zum Sommerwetter

21. Juni 2016: Ein neuer Gastkommentar erscheint in der “Fuldaer Zeitung” –

Dr. Martin Gudd mit Gedanken über den kommenden Sommer, über Meridionalität in der Atmosphäre und was wir an Wetter vielleicht erwarten können.

Den gesamten Beitrag (im pdf-Format) lesen Sie hier.

(Mit herzlichem Dank an die Fuldaer Zeitung für die Erlaubnis zur Wiederveröffentlichung.)

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Die schlimmsten Gewitter-Fluten in Deutschland

Bei den Unwettern von Ende Mai 2016 sind leider Menschenleben zu beklagen. Mindestens drei Personen ertranken in Baden-Württemberg am Abend des 29. Mai 2016 in den gewitterbedingten Sturzfluten. – Nachfolgend eine Übersicht der schlimmsten Gewitter-Fluten in Deutschland seit 1600:

  1.  29. Mai 1613: Thüringen (u.a. Saaletal) – 586 Tote
  2. 8. Juli 1927: Sachsen (Osterzgebirge) – 160 Tote
  3. 27. Mai 1738: Niedersachsen (Harzvorland) – 73 Tote
  4. 14. Juni 1880: Sachsen (Lausitz) – min. 64 Tote
  5. 21. Juli 1804: Rheinland-Pfalz (Ahrtal) – 63 Tote
  6. 13. Juni 1910: Rheinland-Pfalz (Ahrtal) – 52 Tote
  7. 3. August 1628: Sachsen (Erzgebirge) – 42 Tote
  8. 4. Juni 1895: Baden-Württemberg (Schwäb. Alb) – 41 Tote
  9. 11. Juni 1859: Rheinland-Pfalz (Brohltal) – min. 40 Tote
  10. 12. Mai 1853: Baden-Württemberg (Filstal) – 40 Tote
  11. 29. September 1732: Bayern (u.a. Fränk. Alb) – min. 35 Tote
  12. 13. Mai 1725: Rheinland-Pfalz (Naheland) – 32 Tote
  13. 4. August 1875: Rheinland-Pfalz (Hunsrück) – 31 Tote
  14. 28. Mai 1698: Thüringen (Nordrhön) – min. 27 Tote
  15. 15. Mai 1622: Sachsen (Erzgebirge) – 27 Tote
  16. 3. Juni 1826: Hessen (Vogelsberg) – 27 Tote
  17. 14. Juni 1666: Sachsen (Lausitz) – 18 Tote
  18. 29. Juni 1730: Rheinland-Pfalz (Rheinhessen) – min. 16 Tote
  19. 29. Mai 1911: Baden-Württemberg (Tauberland) – 15 Tote
  20. 15. Juni 1816: Bayern (Fränk. Schweiz) – 15 Tote

Die Auflistung (keine Gewähr für Vollständigkeit) zeigt nur reine Gewitter-Fluten, keine sonstigen Hochwasser wie z.B. Dauerregen oder Eisschmelze. Auffallend ist, dass die meisten der hier verzeichneten tödlichen Wasserfluten zwischen Ende Mai und Mitte Juni auftreten. Dieser Zeitraum ist prädestiniert für Gewitter mit Wolkenbrüchen.

Alle Rechte an Text und Datenauflistung: Dr. Martin Gudd

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Wird die Hitzewelle zum Standard-Wetter?

Sonne, Wärme, 25 Grad – klar, lieben wir alle! Nach dem langen Winter und den Frösten im Frühjahr ist das nur allzu verständlich. Klar ist auch, dass da Meldungen über die globale Erwärmung einen schweren Stand haben. Im besten Falle werden sie von uns kurz wahrgenommen, meist aber ignoriert. Das sollte so nicht sein. Denn in den letzten Wochen und Monaten wirken die Nachrichten über die Wärme beunruhigend.

Ein Hitzerekord jagt den nächsten. Dabei sind es immer wieder solche, die es besser nicht geben sollte. Jedenfalls nicht in dieser Häufung. So melden wir Wetterforscher seit einem Jahr Monat für Monat neue globale Temperaturrekorde: den wärmsten April, den wärmsten März, den wärmsten Februar und so weiter. Mittlerweile liegt die Abweichung vom Durchschnitt (des gesamten 20. Jahrhunderts) bei über einem Grad. Das klingt zwar nach wenig, ist aber – bezogen auf die ganze Welt – ungewöhnlich hoch.

Schlagzeilen macht dabei praktisch jedes Land der Welt. In weiten Teilen von Europa gab es den bislang wärmsten Dezember: Zu Weihnachten blühten bei uns die Blumen bei 15 Grad. Der gesamte Winter war in der Arktis extrem mild, so dass schon außerordentlich früh die Eisschmelze einsetzte. In den letzten Wochen gab es insbesondere in den tropischen Regionen neue absolute Hitzerekorde, so z.B. in Thailand, in Kambodscha und auf den Malediven, und am 19. Mai 2016 schließlich erreichte der Nordwesten Indiens mit 51°C einen neuen absoluten Landesrekord der Temperatur, der selbst nur noch wenige Grade vom Welt-Temperaturrekord entfernt ist.

Diese Häufung von ungewöhnlichen Wärmeextremen in den letzten Monaten zeigt eindeutig, in welche Richtung es geht: Unsere Welt erwärmt sich immer schneller. Wird die Hitzewelle also zum Standard-Wetter?

(Fortsetzung folgt)