Korona

K

Korona

Eine Korona (oder Kranz) ist eine atmosphärisch-optische Erscheinung. Sie wird durch die Beugung von Licht in der Atmosphäre verursacht: Lichtstrahlen werden durch in der Luft schwebende kleine Teilchen aus ihrer ursprünglichen Richtung abgelenkt. Bei einer Korona sind dies die Wassertröpfchen und Eiskristalle der in der Luft schwebenden Wolken

Die Korona besteht aus der sogenannten Aureole als heller, innerer Kern (oft weiß-gelb oder blau-weiß, der von einem rötlichen bzw. braun-roten Saum umgeben ist), um den sich idealerweise weitere farbige Ringe anschließen, meist konzentrisch angeordnet. Diese Ringe werden auch als die eigentlichen Kränze bezeichnet.

In vielen Fällen ist nur die Aureole sichtbar (als typischer Hof um den Mond). Wenn jedoch die Korona vollständig entwickelt ist (Aureole + Kränze), kann sich ein System mit bis zu drei oder vier farbigen Ringen ausbilden.

Die typische Ansicht einer Aureole in flacher Schichtbewölkung ist das hier:

Eine Aureole um die Sonne als innerster Bereich der Korona
Eine Aureole um die Sonne als innerster Bereich der Korona

In diesem Fall ist nur ein Ring zu sehen. Ist die Korona hingegen vollständig ausgeprägt, so sind außer der Aureole mit dem ersten Ring noch ein zweiter Ring oder mehrere Farbringe zu sehen. Hier das Beispiel einer Korona mit einem dreifachen Ringsystem um die Sonne:

Korona mit dreifachem Ringsystem in dünnem Altocumulus
Korona mit dreifachem Ringsystem in dünnem Altocumulus

An die Aureole schließen sich die Farbringe an, wobei die Farbenfolge von innen nach außen stets mit Violett beginnt und über Blau, Grün, Gelb hin zu Rot geht (nicht in jedem Ring sind alle Farben enthalten). Nach außen hin wird die Farbintensität der Ringe sehr schnell deutlich schwächer:

Die Farbabfolge einer Korona (Detail)
Die Farbabfolge einer Korona (Detail)

Ein Zusammenhang besteht dabei auch zwischen der Größe der beugenden Teilchen (= Wolkentröpfchen) und der Größe der Farbringe einer Korona. Je kleiner die Teilchen, umso größer erscheinen die Farbringe:

Die Farbabfolge einer Korona (Detail)
Die Farbabfolge einer Korona (Detail)

Die Sonne ist mitunter tagsüber zu hell, um eine Korona ungestört beobachten zu können. Daher ist das Abdecken der Sonnenscheibe oder aber das Betrachten der Korona in einer Wasserfläche sinnvoll. Aber auch um den Mond treten teilweise sehr ausgeprägte Koronen auf:

Korona um den Mond
Korona um den Mond

Nicht immer sind die Farbringe einer Korona als konzentrische Kreise angeordnet. Veränderungen in der Tropfengröße und -verteilung innerhalb der für die Korona verantwortlichen Wolkenschicht können dazu führen, dass die Koronen nicht kreisförmig, nur teilweise oder aber auch verzerrt erscheinen, wie dies z.B. in der nächsten Abbildung zu sehen ist:

Verzerrte Korona (distorted corona)
Verzerrte Korona (distorted corona)

In folgendem Bild ist gut zu sehen, wie sich der Abstand der Farbringe einer Korona sehr rasch ändern kann. In diesem Fall ist das dadurch zu erklären, dass die Wolkentröpfchen im Innern der Wolkenschicht (links unten im Bild) deutlich und offenbar sprunghaft größer sind als am Rand des Altocumulus.

Verzerrte Korona (distorted corona) (Detail)
Verzerrte Korona (distorted corona) (Detail)

Gerade in solchen Fällen werden die Koronen oft auch mit dem Phänomen des Irisierens verwechselt, das ebenfalls eine mit den Koronen eng verwandte Beugungserscheinung ist. Bisweilen sind Koronen und Irisieren gleichzeitig vorhanden:

Korona und Irisieren gleichzeitig in dünnem Altocumulus
Korona und Irisieren gleichzeitig in dünnem Altocumulus

Die Unterscheidung zwischen Korona und Irisieren ist mitunter schwierig. Doch kann man bei einer irregulären Farbabfolge innerhalb der Erscheinung oder bei der Tatsache, dass entlang von Wolkenrändern die Farben besonders gut ausgeprägt sind, von Irisieren ausgehen (siehe dort). Das folgende Bild zeigt einen Irisieren eines Altocumulus in der Nähe der Sonne.

Irisieren nahe der Sonne
Irisieren nahe der Sonne

Die Tröpfchengröße in den Wolken, in denen sich Koronen bilden, liegt meist in der Größenordnung zwischen 10 und 20 µm (und ist damit deutlich größer als beim Irisieren). Eine solche Verteilung findet sich vor allem in solchen Wolken, die für das Sonnenlicht durchsichtig sind, und in denen hinsichtlich des Tropfenwachstums keine allzu dynamische Entwicklung stattfindet, wo also keine größeren oder kleineren Tröpfchen entstehen und die Lichtbeugung stören würden.

Besonders häufig kann eine Korona daher in dünnem Altocumulus stratiformis oder in größeren Flächen von Altocumulus lenticularis beobachtet werden, auch in flachem Stratocumulus zeigt sie sich mitunter (seltener in Altostratus, und an Cumulusrändern werden oft nur Aureolen beobachtet). Aber auch in Eiswolken werden Koronen mitunter gesichtet (wodurch allein schon die Existenz von häufigen Aureolen um den Mond in Cirrostratus hindeutet). Offensichtlich können auch Eiskristalle, die nicht kreisförmig gestaltet sind, zu Beugungserscheinungen führen.

Darüber hinaus entstehen Koronen auch an Pollen in der unteren Atmosphäre (Pollenkoronen). Koronen an vulkanischen Asche- und Staubteilchen in der oberen Troposphäre bzw. in der Stratosphäre werden als Bishop’scher Ring bezeichnet. Hier besteht die Korona im wesentlichen nur aus der Aureole. (Einträge in Kürze.)

(Text und Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Mutterwolke

M

Mutterwolke:

Wolken verändern sich beständig. Daher kommt es oft vor, dass sich Teile aus einer Wolkengattung in eine andere Wolkengattung fortentwickeln. Die ursprüngliche Wolkengattung wird dabei in der Wolkenklassifikation als „Mutterwolke“ bezeichnet.

Solche Wolkenumwandlungen werden mit dem Namenszusatz „(…)genitus“ bezeichnet, wobei der Gattungsname der Mutterwolke diesem Zusatz vorangestellt wird. So kennzeichnet beispielsweise ein Altocumulus cumulogenitus einen aus Cumulus neu entstandenen Altocumulus.

Beide Wolkengattungen, die alte (= Mutterwolke) und die neue, können auch nach der Wolkenumwandlung weiter gemeinsam am Himmel vorkommen.

Weitere Details auch unter: Genitus (Zusatz).

(Text, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)

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Nothus (alt)

N

Nothus (alt):

(abgeleitet von lat. nothus = falsch, fremd)

Alte, nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung als eigenständige Wolkenart für einen aus Cumulonimbus entstandenen Cirrus. Man nahm früher an, dass die auf diese Weise gebildeten hohen Wolken nicht das Höhenniveau der “echten” Cirren erreichen, daher die Bezeichnung “Nothus” = “falsche” Cirren.

Heutige Bezeichnung: Cirrus cumulonimbogenitus (keine eigenständige Wolkenart mehr).

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Mamma (mam)

M

Mamma (mam):

(von mamma = weibliche Brust, Euter)

Diese Sonderform kommt als charakteristische Quellform mit beutel-, taschen- und euterförmigem Aussehen relativ häufig unter folgenden Wolkengattungen vor: Altostratus, Stratocumulus, Cumulonimbus, seltener Cirrus, Cirrocumulus und Altocumulus.

Mamma kommt häufig auf der Rückseite von Wolken bzw. Wolkensystemen vor, mitunter befinden sich diese Wolken bzw. Wolkensysteme in Auflösung. Besonders auffallend sind Mamma-Formen an Cumulonimbus und Altostratus. An Cb und As können Mamma außerdem besonders farbenprächtig werden, wenn zum Beispiel hinter einem Gewitter bzw. einer Schlechtwetterfront am Abend der Himmel aufreißt und die untergehende Sonne die Cb-Rückseite bzw. die Altostratus-Unterseite beleuchtet.

Mamma-Formen halten in der Regel jeweils nur einige Minuten lang an.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Lacunosus (la)

L

Lacunosus (la):

(lat. lacunosus = mit Lücken)

Diese Wolkenunterart gibt es bei den Wolken, die oft flächig ausgebreitet sind, und zwar bei Cirrocumulus (Cc lacunosus), Altocumulus und Stratocumulus (bei Sc allerdings recht selten). Die Bezeichnung “Lacunosus” wird seit 1951 verwendet (vorher: lacunaris).

Es handelt sich dabei um Cc, Ac oder Sc, welche sich horizontal in Schichten, Feldern und Flecken ausbreiten und gleichzeitig in diesen Schichten, Feldern und Flecken verteilt runde Löcher aufweisen. Diese Löcher können mehr oder weniger regelmäßig auftreten, und dadurch entsteht oft ein wabenförmiges Aussehen der Wolke. Die Ränder der Löcher können auch ausgefranst sein, so dass der Eindruck eines zerrissenen Netzes entsteht.

Auch bei “Perlucidus” kommt es zu Löchern und Lücken, allerdings immer zwischen den jeweiligen Wolkenelementen. Bei “Lacunosus” entstehen dagegen die Löcher immer in den Wolkenelementen selbst. Mit der Bezeichnung „Lacunosus“ wird die Struktur der Wolke klassifiziert.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Mediocris (med)

M

Mediocris (med):

(lat. mediocris = durchschnittlich)

Diese Wolkenart gibt es nur bei Cumulus, diese Klassifizierung gehört damit nur zu den Wolken mit großer vertikaler Erstreckung. Sie wird seit 1951 verwendet.

Es handelt sich um Cumuli, die eine mittlere vertikale Ausdehnung besitzen und nicht abgeflacht erscheinen. Die Quellungen an der Oberseite der Cumuli sind deutlich erkennbar, besitzen jedoch keine Blumenkohlform. Dies sind die typischen mittelgroßen Haufenwolken.

Cu med können in Nuancen unterschiedlich aussehen. Diesen Nuancen kommt bei der Wettervorhersage eine erhebliche Bedeutung zu. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hier die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Opacus (op)

O

Opacus (op):

(lat. opacus = schattig, dunkel)

Diese Wolkenunterart gibt es bei den mittelhohen und tiefen Wolken, die oft flächig ausgebreitet sind, und zwar bei Altocumulus (= Altocumulus opacus), Altostratus, Stratocumulus und Stratus. (Hohe Wolken sind im Allgemeinen niemals undurchsichtig, so dass diese Unterart dort nicht extra verwendet wird.) Die Bezeichnung “Opacus” wird seit dem Jahre 1921 verwendet.

Es handelt sich dabei um Ac, As, Sc oder S, welche sich horizontal in Schichten, Feldern und Flecken ausbreiten und diese gleichzeitig zum größeren Teil so undurchsichtig sind, dass Sonne und Mond durch die Wolkenschicht hindurch nicht sichtbar sind. Sonne und Mond müssen dabei von der Wolkenschicht selbst völlig verdeckt werden, sie können jedoch durch Lücken zwischen den einzelnen Wolkenelementen selbst zu sehen sein (siehe hierzu: perlucidus).

Mit der Bezeichnung „Opacus“ wird die Undurchsichtigkeit der Wolke klassifiziert. Der Gegensatz von Opacus ist -> Translucidus.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Nimbostratus erkennen

N

Nimbostratus erkennen:

Nimbostratus ist die typische Regen- oder Schneewolke. Sonne und Mond sind durch diese Wolke hindurch nicht zu sehen.

Hinweis: In der Regel werden alle Dauerregen- oder Dauerschneefälle durch einen Ns verursacht. Weil jedoch unterhalb des Ns aufgrund des fallenden Niederschlags und der hohen Feuchtigkeit meist noch andere Wolken vorhanden sind (Stratocumulus, Stratus, Cumulus, die letzten beiden oft in Form von Pannus), ist der eigentliche Ns vom Erdboden aus nur selten sichtbar. Aus diesem Grund sind die allermeisten Abbildungen von Ns in Büchern und anderen Publikationen verkehrt und zeigen meist nur die Begleitbewölkung des Ns.

Nimbostratus entsteht häufig durch Verdickung anderer Wolkenschichten, hauptsächlich von Altostratus. Mitunter bildet sich Ns auch durch Ausbreitung von Quellwolken (insbesondere Cumulonimbus).

Wenn Ns aus As op hervorgeht und den Himmel bezieht, sieht das normalerweise so aus (sofern keine tiefen Wolken den Blick auf den Ns versperren):

As op in Übergang zu Ns

Der Ns erscheint als konturlose, mächtige und graue Wolkenmasse. Gegenüber dem As op sind an seiner Unterseite kaum noch Einzelheiten auszumachen.

Nimbostratus erscheint oft hell- oder mittelgrau, bisweilen aber auch ausgesprochen dunkel. Dieses Bild zeigt einen seltenen Blick auf eine nicht von anderen Wolken verdeckte, dunkle Ns-Unterseite:

Nimbostratus

Der Schwerpunkt von Ns befindet sich im mittleren Wolkenstockwerk. Bisweilen wachsen tiefere Quellwolken in ihn hinein (und verschmelzen mit ihm), so dass das Erkennen von Ns etwas leichter fällt:

Nimbostratus

Normalerweise ist das Auftreten von Ns immer mit Niederschlag verbunden. Manchmal sieht man Regen oder Schnee aus dem Ns herausfallen, ohne dass der Niederschlag den Erdboden erreicht. Dann handelt es sich um Nimbostratus virga, wie hier an der streifen- bzw. beulenartigen Struktur zu erkennen:

Nimbostratus virga

Sobald es regnet und schneit und gleichzeitig noch die Fallstreifen des Niederschlags unterhalb des Ns zu sehen sind, handelt es sich um Nimbostratus praecipitatio:

Nimbostratus praecipitatio

Wenn es schneit und regnet, erleichtert dies einerseits das Erkennen von Ns. Zum anderen erschwert dieser Umstand aber auch die Klassifizierung. Denn aufgrund des Niederschlags bilden sich sehr schnell Begleitwolken unterhalb des Ns, die die Sicht auf den Nimbostratus verhindern. Das folgende Bild zeigt einen typischen Nimbostratus pannus:

Nimbostratus pannus

Diese Begleitwolken unterhalb des Ns schließen sich oft sehr schnell zu einer geschlossenen, tiefliegenden Masse zusammen und versperren den Blick auf den eigentlichen Ns. Das sieht dann häufig so aus:

Begleitwolken unter Ns

Hierbei handelt es sich eben nicht(!) um Ns, auch wenn dies in vielen Abbildungen von Nimbostratus so dargestellt wird.

Diese Begleitwolken halten sich in der Regel bis zum Ende des Niederschlags und darüber hinaus und lassen oft keinen Blick mehr auf den Ns zu.

Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Nebulosus (neb)

N

Nebulosus (neb):

(lat. nebulosus = neblig)

Diese Wolkenart gibt es bei den Wolken, die sich flächig ausbreiten und in der Regel keine vertikale Entwicklung zeigen. Dies betrifft Cirrostratus und Stratus. Die Bezeichnung “Cirrostratus nebulosus” wurde 1905 eingeführt, im Jahre 1950 erweitert für die Wolkengattung Stratus.

Die Wolke ist dabei in Form einer Schicht oder eines Schleiers derart gestaltet, dass in der Schicht oder in dem Schleier keine weiteren Einzelheiten erkennbar sind. Dadurch entsteht der Eindruck einer konturlosen, amorphen Wolkenschicht.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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