Wetter: Gedanken zum neuen Jahr 2019

Jahreswechsel 2018/2019: Ein neuer Gastkommentar erscheint in der “Fuldaer Zeitung” –

Dr. Martin Gudd mit pointierten Gedanken über das neue Wetterjahr 2019, drei goldenen Regeln, die Sie beherzigen dürfen – und darüber, welche Richtung das Wetter nach den extremen Monaten vielleicht einschlagen könnte.

Den gesamten Beitrag (im pdf-Format) lesen Sie hier.

(Mit herzlichem Dank an die Fuldaer Zeitung für die Erlaubnis zur Wiederveröffentlichung.)

Foto: Nicole Mattinger

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Wetter: Der Endlos-Sommer 2018 – eine Nachlese

Der Endlos-Sommer 2018 – mit Hitze von April bis Oktober. Wir werfen einen näheren Blick auf seine unglaublichen 114 Sommertage in Hessen.

Er war zwar nicht ganz so heiß wie 2003, doch in Sachen Sommertage stellt er alles bisher Dagewesene locker in den Schatten. Satte 114 Sommertage (Tage mit mindestens 25,0°C) gab es in Hessen zwischen Mitte April und Mitte Oktober. Damit hat 2018 den bisherigen Rekordhalter deutlich übertrumpft. Fast ein Drittel aller Tage im Jahr verliefen somit bislang sommerlich.

Nachfolgend gibt es im verlinkten pdf-Dokument (öffnet sich in neuem Fenster) nähere Erläuterungen zu den Sommertagen in Hessen, zunächst für das gesamte Jahr, anschließend jeweils für die einzelnen Monate. Berücksichtigt ist der Zeitraum zwischen 1958 und 2018. Datengrundlage sind Rohdaten des Deutschen Wetterdienstes sowie eigene Berechnungen.

Sommertage in Hessen (1958-2018)

Update 16.10.2018: Es ist doch noch der 115. Sommertag hinzugekommen. Der 16. Oktober brachte nachmittags in der Wetterau, am Rhein sowie in Südhessen örtlich 25°C.

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Fluctus (flu)

F

Fluctus (flu)

(lat. von fluctus = Welle, Woge, Strömung)

Diese Sonderform kommt als kurzlebige Erscheinung auf der Oberseite mancher Wolkengattungen vor. Dabei handelt es sich um bisweilen regelmäßig vorkommende wellen- oder wogenförmige bzw. sich kräuselnde Wolkenformationen, die stark an eine sich brechende Wasserwelle erinnern. Diese Formen finden sich bei Cirrus, Altocumulus, Stratocumulus, Stratus sowie Cumulus.

Solche Erscheinungen sind bislang auch als Kelvin-Helmholtz-Instabilität (bzw. Kelvin-Helmholtz-Wellen) bekannt. Ältere Bezeichnungen sind Helmholtz-Wogen bzw. helmholtzsche Wogen.

Die aus der Kelvin-Helmholtz-Instabilität resultierenden Wolkenformen wurden in der Wolkenklassifikation bislang nicht gesondert kategorisiert. Da ihr Aussehen jedoch sehr auffallend ist und sie nur unter bestimmten Bedingungen bei bestimmten Wolkengattungen (Ci, Ac, Sc, S, Cu) auftreten, werden sie seit Herausgabe des neuen Wolkenatlas der WMO (2017) als neue eigenständige Sonderform verwendet, und zwar mit der Bezeichnung Fluctus.

Die nächsten Abbildungen zeigen die Sonderform Fluctus an verschiedenen Wolkengattungen:

Cirrus fluctus (in der Regel Cirrus spissatus fluctus):

Cirrus fluctus
Cirrus fluctus

Altocumulus fluctus:

Altocumulus fluctus
Altocumulus fluctus

Stratocumulus fluctus:

Stratocumulus fluctus
Stratocumulus fluctus

Cumulus fluctus (in der Regel Cumulus humilis fluctus bzw. Cumulus mediocris fluctus):

Cumulus fluctus
Cumulus fluctus

Stratus fluctus, oft beobachtet an der Obergrenze von Nebelschwaden:

Stratus fluctus
Stratus fluctus

Fluctus entsteht im sogenannten Scherbereich zweier unterschiedlicher Luftschichten, die übereinander liegen und sich meist durch unterschiedliche Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Temperatur auszeichnen. Charakteristisch ist, dass diese Änderungen sprunghaft über einen kleinen Höhenbereich stattfinden, wie dies beispielsweise an einer Inversionsgrenze der Fall ist. Wenn dann die Scherströmung im Bereich der größten Windscherung instabil wird, können Teile der unteren, meist feuchteren Luftschicht vertikal nach oben gelangen und die Form brechender Wolkenwellen annehmen. Die Lebensdauer solcher Erscheinungen beträgt in der Regel nur wenige Minuten, an Cumuli mitunter nur wenige Sekunden.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Cirrocumulus castellanus

C

Cirrocumulus castellanus (Cc cas):

Diese CirrocumulusArt beschreibt den zinnenförmigen Cc. Bei dieser Form entwickeln sich aus einer Wolkenbank heraus kleine Türmchen vertikal nach oben. Dadurch entsteht – wie bei Castellanus typisch – der zinnen- bzw. zahnförmige Eindruck dieser Wolke. Castellanus kommt außer bei Cc auch noch bei Cirrus (Cirrus castellanus), Altocumulus (Altocumulus castellanus) und Stratocumulus (Stratocumulus castellanus) vor. Beim Cirrocumulus liegt die Breite der Wolkentürmchen typischerweise unter 1° (entspricht der Breite des kleinen Fingers, bei ausgestrecktem Arm).

Die kleinen Türmchen eines Cirrocumulus castellanus sehen normalerweise so aus:

Cirrocumulus castellanus
Cirrocumulus castellanus

Hinweis: Das oben gezeigte Bild wird auch im neuen, 2017 herausgegebenen Wolkenatlas von der WMO als offizielle Abbildung eines Cc castellanus verwendet. Die Türmchen finden sich klassisch ausgeprägt in der Bildmitte rechts. Da sie obendrein in Wellen angeordnet sind, handelt es sich hierbei um Cirrocumulus castellanus undulatus.

Im Detail sieht die Struktur eines Cirrocumulus castellanus so aus:

Cirrocumulus castellanus (Detail)
Cirrocumulus castellanus (Detail)

Man erkennt in der Bildmitte querliegend gut die aus einer gemeinsamen Wolkenbank nach oben hin ausgreifenden Türmchen und den dadurch verursachten Eindruck einer zinnen- bzw. zahnförmigen Wolkenreihe.

Cirrocumulus castellanus entsteht bei instabiler Schichtung in der hohen Troposphäre, normalerweise oberhalb von 7 km Höhe (im Winter kann Cc castellanus auch darunter auftreten).

Cirrocumulus castellanus kann bisweilen auch nur gering ausgeprägt erscheinen, so wie hier…

Cirrocumulus castellanus - schwach ausgeprägt
Cirrocumulus castellanus – schwach ausgeprägt

Häufig kann bei Auftreten eines Cc cas beobachtet werden, dass die gemeinsame, horizontal verlaufende Wolkenbank nicht in allen Bereichen des Cc-Feldes durchgehend entwickelt ist, sondern oft auch nur angedeutet ist bzw. ganz fehlt. Damit zeigt sich auch hier (wie auch bei Ac castellanus bzw. Sc castellanus) die enge Verbindung zwischen den Wolkenarten Castellanus und Floccus. In folgendem Bild ist dies recht gut zu erkennen:

Cirrocumulus castellanus und Cirrocumulus floccus
Cirrocumulus castellanus und Cirrocumulus floccus

Im linken Bildteil unten ist eine gemeinsame Wolkenbank vorhanden, aus der sich die Türmchen entwickeln. Dort handelt es sich um Cirrocumulus castellanus. Im rechten Bildteil sind die einzelnen (ballenförmigen) Wolkenelemente jedoch voneinander getrennt. Dort handelt es sich daher um Cirrocumulus floccus.

Cirrocumulus castellanus tritt oft auch mit anderen Cirren auf, und das durchaus in jeweils unterschiedlichen Höhenlagen:

Cirrocumulus castellanus und Cirrus in verschiedenen Höhenlagen
Cirrocumulus castellanus und Cirrus in verschiedenen Höhenlagen

Cirrocumulus castellanus kann unmittelbar als eigenständige Wolkenart entstehen, aber auch durch Umwandlung aus Cirrus bzw. Cirrostratus sowie bisweilen auch aus Altocumulus.

Sonderfälle

In manchen Fällen ist die eindeutige Zuordnung zu Cirrocumulus castellanus nur schwer zu treffen, insbesondere dann, wenn Cc cas gleichzeitig zusammen mit Cirrus castellanus auftritt:

Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus
Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus

Die Hauptwolkenbänke oben und unten im Bild sind als Cirrus castellanus zu klassifizieren, da es sich einmal nicht um cumuliforme Wolkenformen handelt (Wolkenbank unten), zum anderen ein Wolkenschatten zu erkennen ist (Wolkenbank oben), was bei Cc aber nie vorkommt. Nur die kleinen Wolkenbänke dazwischen können als Cirrocumulus castellanus (radiatus undulatus) angesehen werden, da hier der cumuliforme Anteil überwiegt, kein Wolkenschatten zu sehen ist und die Breite der Türmchen weniger als 1° beträgt…

Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus - Detail
Cirrus castellanus und Cirrocumulus castellanus – Detail

Auch Kondensstreifen können sich nach längerer Zeit zu Cirrocumulus umwandeln und bei instabilen Verhältnissen in diesen Höhenlagen ebenfalls Castellanus-Form aufweisen. Dabei gibt es aber – ähnlich wie zuvor beschrieben – eine große Verwechslungsgefahr mit Cirrus castellanus:

Cirrocumulus castellanus (aus Kondensstreifen entstanden)
Cirrocumulus castellanus (aus Kondensstreifen entstanden)

Mit dem Erscheinen von Cirrocumulus castellanus kann in einigen Fällen eine Veränderung der lokalen Wetterverhältnisse erwartet werden. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Cirrocumulus lacunosus

C

Cirrocumulus lacunosus (Cc la):

Diese CirrocumulusUnterart beschreibt jenen Cc, bei dem manchmal mehr oder weniger regelmäßig verteilt runde oder zerfranste Löcher vorkommen. Dadurch entsteht bei dem betreffenden Cirrocumulusfeld entweder der Eindruck einer Honigwabe (durch runde Löcher) oder der eines Netzes (durch zerfranste Löcher). Außer beim Cc tritt Lacunosus hauptsächlich noch bei Altocumulus und vereinzelt auch bei Stratocumulus auf.

Im direkten Vergleich ist bei Cc la die Wabenform mit runden Löchern viel häufiger als die Netzform mit zerfransten Löchern. Bei Altocumulus lacunosus bzw. Stratocumulus lacunosus dominiert hingegen die Netzform.

Wenn sich Cc lacunosus entwickelt, kommt dies hauptsächlich in den dünnen Schichten von Cirrocumulus stratiformis bzw. Cirrocumulus lenticularis vor. So sind in folgender Aufnahme einer kleinen, welligen Cc-Bank erste kleine Wolkenlöcher unten im Bild zu sehen:

Cirrocumulus stratiformis undulatus mit ersten Wolkenlöchern
Cirrocumulus stratiformis undulatus mit ersten Wolkenlöchern

Ein typischer Cirrocumulus stratiformis lacunosus sieht so aus:

Typischer Cirrocumulus stratiformis lacunosus
Typischer Cirrocumulus stratiformis lacunosus

Die Wabenform des Cirrocumulus lacunosus sieht im Detail so aus:

Cirrocumulus stratiformis lacunosus - Detail
Cirrocumulus stratiformis lacunosus – Detail
Cirrocumulus stratiformis lacunosus - Detail
Cirrocumulus stratiformis lacunosus – Detail

Den Charakter als Eiswolke sieht man im folgenden Bild eines Cirrocumulus stratiformis lacunosus sehr deutlich:

Cirrocumulus stratiformis lacunosus
Cirrocumulus stratiformis lacunosus

Normalerweise bleiben die in der Cc-Schicht entstandenen Löcher klein und behalten den Eindruck der Wabenform bei. Nur in seltenen Fällen schreitet die Entwicklung der Wolkenlöcher so weit voran, dass aus der Wabenform die Netzform entsteht…

Cirrocumulus lacunosus - Übergang von Wabenform in Netzform
Cirrocumulus lacunosus – Übergang von Wabenform in Netzform

…die im Detail wiederum so aussieht:

Cirrocumulus lacunosus (Netzform) - Detail
Cirrocumulus lacunosus (Netzform) – Detail

Cirrocumulus lacunosus kann auch in Verbindung mit weiteren Unterarten des Cc auftreten, so zum Beispiel mit Undulatus:

Cirrocumulus undulatus lacunosus
Cirrocumulus undulatus lacunosus

Hinweis: Das oben gezeigte Bild wird auch im neuen, 2017 herausgegebenen Wolkenatlas von der WMO als offizielle Abbildung eines Cirrocumulus mit den Unterarten Undulatus und Lacunosus verwendet.

Sonderfälle

In manchen Fällen ist die Zuordnung zu einem Cirrocumulus nur sehr schwer zu treffen.

So kommt es speziell im Winter vor, wenn die Tropopause sehr tief liegt, dass die Bildung von Cirrocumulus bereits im sonst mittelhohen Stockwerk stattfindet, also unterhalb von 7 km Höhe. In solchen Fällen zeigt die Wolkenschicht als solches durchaus Ähnlichkeiten mit einem Altocumulus, während die einzelnen Wolkenelemente doch eher dem Cirrocumulus zuzuordnen sind:

"Tiefer" Cirrocumulus lacunosus
“Tiefer” Cirrocumulus lacunosus

Zu Beginn der Umwandlung von Cirrus in Cirrocumulus ist der cumuliforme Charakter des Cc noch nicht ausgeprägt. Einzig das Vorhandensein der Wolkenlöcher, also der Unterart Lacunosus, deutet bereits auf ihn hin, so wie im folgenden Bild gezeigt (Bildmitte unten).

"Cirriformer" Cirrocumulus lacunosus
“Cirriformer” Cirrocumulus lacunosus

Mit dem Erscheinen von Cirrocumulus lacunosus kann in vielen Fällen eine Veränderung der lokalen Wetterverhältnisse erwartet werden. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Altocumulus cavum

A

Altocumulus cavum (Ac cav):

Diese AltocumulusSonderform beschreibt jene Ac, bei denen – in einigen Fällen – durch Eisbildung in der aus unterkühlten Wassertröpfchen bestehenden Wolkenschicht kreisrunde, elliptische oder langgestreckte Löcher entstehen. Dies ist normalerweise in Verbindung mit Altocumulus stratiformis translucidus der Fall. Die hier mit der Bezeichnung Altocumulus cavum beschriebenen Wolkenlöcher sind dabei in ihrer Erscheinungsform deutlich größer, singulär und damit auch auffallender als die unter Altocumulus lacunosus behandelten Wolkenlöcher.

Altocumulus cavum ist auch als Fallstreak hole bekannt (siehe auch eigener Eintrag hierzu). Die Synonyme hierfür sind: Hole punch Cloud, Punch hole Cloud, Skypunch, Hole Cloud, bei elliptischen und langgestreckten Löchern auch Canal Cloud oder Cloud Canal.

Ein Fallstreak hole wurde in der Wolkenklassifikation bislang nicht gesondert kategorisiert. Da sein Aussehen jedoch sehr auffallend ist und es nur unter bestimmten Bedingungen bei bestimmten Wolkengattungen (Ac, Cc, Sc) auftritt, wird es seit Herausgabe des neuen Wolkenatlas der WMO (2017) als neue eigenständige Sonderform in der Wolkenklassifikation aufgenommen, und zwar eben mit der Bezeichnung Cavum.

Altocumulus cavum (in der Regel Altocumulus stratiformis translucidus cavum) sieht in der kreisförmigen Ausprägung typischerweise so aus:

Typischer Altocumulus stratiformis translucidus cavum (Fallstreak hole)
Typischer Altocumulus stratiformis translucidus cavum (Fallstreak hole)
Typischer Altocumulus stratiformis translucidus cavum (Fallstreak hole)
Typischer Altocumulus stratiformis translucidus cavum (Fallstreak hole)

Auch in der elliptischen, langgestreckten Form kommt Altocumulus stratiformis translucidus cavum oft vor:

Altocumulus stratiformis translucidus cavum - langgestreckte Ausprägung
Altocumulus stratiformis translucidus cavum – langgestreckte Ausprägung

Die Altocumulus-Schicht besteht normalerweise zu ganz überwiegenden Teilen aus unterkühlten Wassertröpfchen. Setzt nun an einer Stelle in der Schicht Eisbildung ein (= Virga-Bildung), so wachsen hier die Eiskristalle auf Kosten der sie umgebenden Wassertröpfchen. Diese verschwinden, und so entsteht in der Wolkenschicht um die Fallstreifen herum ein Wolkenloch, das sich in seinem Durchmesser weiter vergrößert, da nach und nach immer mehr unterkühlte Wassertröpfchen um die Fallstreifen herum verschwinden.

Altocumulus cavum - Wolkenloch um die Fallstreifen herum
Altocumulus cavum – Wolkenloch um die Fallstreifen herum

In manchen Fällen lösen sich große Teile der ursprünglichen Wolkenschicht auf, und nur die Fallstreifen bleiben übrig. Die Fallstreifen verdriften bei vorangeschrittener Entwicklung eines Fallstreak holes häufig mit dem Höhenwind:

Altocumulus cavum - vorangeschrittene Entwicklung
Altocumulus cavum – vorangeschrittene Entwicklung

Als Ursache für eine die hier gezeigte Eisbildung innerhalb einer Wolkenschicht aus unterkühlten Wassertröpfchen können – zumindest zum Teil – Flugzeuge in Frage kommen, die oft während der Steig- oder Sinkvorgänge diese Wolken durchqueren. Dabei kommt es z.B. an den Tragflächen oder am Flugzeugrumpf zu kleinräumigen Druck- und damit zu Temperaturunterschieden, die ausreichen, um eine Eiskristall- und Fallstreifenbildung zu initiieren.

Besonders die elliptischen bzw. langgestreckten Fallstreak holes (als Canal Cloud bzw. Cloud Canal bezeichnet) verdeutlichen diesen Auslösevorgang sehr schön. Hier kommt es zu kontinuierlicher Eiskristallbildung durch das in Frage kommende Flugzeug:

Altocumulus cavum - Canal Cloud
Altocumulus cavum – Canal Cloud
Altocumulus cavum - Canal Cloud
Altocumulus cavum – Canal Cloud

Es dürften jedoch Zweifel daran bestehen, dass alleine Flugzeuge für die Entstehung von Altocumulus cavum verantwortlich sein sollen. Denn es gibt durchaus Fälle, bei denen Wolkenlöcher entstehen, ohne dass eine anthropogene Ursache in Betracht gezogen werden kann.

In folgender Bildreihe entwickeln sich am Rand eines heranziehenden Feldes aus Altocumulus stratiformis translucidus gleichzeitig mehrere Fallstreak holes nebeneinander (mindestens sechs, fünf davon erkennbar in der Bilderfolge). Ein Flugzeug als Entstehungsursache kann hier (aufgrund kontinuierlicher Beobachtung) ausgeschlossen werden:

Ac cavum - gleichzeitige Bildung mehrerer Fallstreak holes - natürliche Ursache?
Ac cavum – gleichzeitige Bildung mehrerer Fallstreak holes – natürliche Ursache?
Ac cavum - gleichzeitige Bildung mehrerer Fallstreak holes - natürliche Ursache?
Ac cavum – gleichzeitige Bildung mehrerer Fallstreak holes – natürliche Ursache?
Ac cavum - gleichzeitige Bildung mehrerer Fallstreak holes - natürliche Ursache?
Ac cavum – gleichzeitige Bildung mehrerer Fallstreak holes – natürliche Ursache?

Die eigentliche Erscheinung des Wolkenloches hat keine unmittelbare Aussagekraft für das kommende Wetter. Da Altocumulus cavum in der Regel jedoch in Verbindung mit Ac stratiformis translucidus auftritt, kann damit wiederum von einer Veränderung der lokalen Wetterverhältnisse ausgegangen werden. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

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Cavum (cav)

C

Cavum (cav)

(lat. von cavum = Loch, Höhle)

Diese Sonderform kommt bei denjenigen Wolkengattungen vor, die schichtförmig auftreten, und bei denen es zu Virga-Erscheinungen kommen kann. Dabei handelt es sich um kreisrunde, elliptische oder langgestreckte Löcher in der Wolkendecke an der Stelle, wo die Virga-Bildung stattfindet. Dies ist ganz überwiegend bei Altocumulus der Fall, seltener bei Cirrocumulus und ganz selten bei Stratocumulus.

Solche Erscheinungen sind auch als Fallstreak hole bekannt (siehe auch eigener Eintrag hierzu). Die Synonyme hierfür sind: Hole punch Cloud, Punch hole Cloud, Skypunch, Hole Cloud, bei elliptischen und langgestreckten Löchern auch Canal Cloud oder Cloud Canal.

Ein Fallstreak hole wurde in der Wolkenklassifikation bislang nicht gesondert kategorisiert. Da sein Aussehen jedoch sehr auffallend ist und es nur unter bestimmten Bedingungen bei bestimmten Wolkengattungen (Ac, Cc, Sc) auftritt, wird es seit Herausgabe des neuen Wolkenatlas der WMO (2017) als neue eigenständige Sonderform verwendet, und zwar mit der Bezeichnung Cavum.

Die neuen Bezeichnungen heißen: Altocumulus cavum (Ac cav) sowie Cirrocumulus cavum (Cc cav) und Stratocumulus cavum (Sc cav).

Altocumulus cavum

Altocumulus cavum (Fallstreak hole)
Altocumulus cavum (Fallstreak hole)

Die Wolkenschicht (hier eben Altocumulus) besteht typischerweise zu ganz überwiegenden Teilen aus unterkühlten Wassertröpfchen. Setzt nun an einer Stelle in der Schicht Eisbildung ein (= Virga-Bildung), so wachsen hier die Eiskristalle auf Kosten der sie umgebenden Wassertröpfchen. Diese verschwinden, und so entsteht in der Wolkenschicht um die Fallstreifen herum ein Wolkenloch, das sich in seinem Durchmesser weiter vergrößert, da nach und nach immer mehr unterkühlte Wassertröpfchen um die Fallstreifen herum verschwinden. In manchen Fällen lösen sich große Teile der ursprünglichen Wolkenschicht auf, und nur die Fallstreifen bleiben übrig.

Cirrocumulus cavum

Bei Cirrocumulus tritt die Sonderform Cavum seltener auf, und nur dann, wenn der betrachtete Cc aus stark unterkühlten Wassertröpfchen besteht:

Cirrocumulus stratiformis cavum
Cirrocumulus stratiformis cavum

Ein weiteres Bild von Cirrocumulus cavum gibt es hier.

Stratocumulus cavum

Bei Stratocumulus ist die Sonderform Cavum nur in ganz seltenen Fällen zu beobachten, und zwar nur bei sehr tiefen Temperaturen.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Altocumulus asperitas

A

Altocumulus asperitas (Ac asp):

Diese AltocumulusSonderform beschreibt jene Ac, bei denen – in seltenen Fällen – die Unterseite der Wolkenschicht eine turbulente, rauhe und ungeordnete Struktur aufweisen kann. Asperitas kann außer bei Altocumulus auch noch bei Stratocumulus auftreten (siehe auch allgemeiner Eintrag: Asperitas).

Altocumulus asperitas ähnelt entfernt der Unterart Altocumulus undulatus (Ac un) und wurde dieser bei der Wolkenbeobachtung bislang zugeschlagen. Da das Aussehen von Ac asp jedoch ungeordneter und chaotischer als Ac un erscheint, und da die dabei auftretenden Wellenformen nicht so gleichförmig ausgebildet sind wie bei Altocumulus undulatus, wird Altocumulus asperitas seit Herausgabe des neuen Wolkenatlas der WMO (2017) als neue Ac-Sonderform verwendet. Ac asp ähnelt insbesondere einer von unten betrachteten, rauhen Meeresoberfläche. Die Wellenstrukturen können mitunter sehr scharfrandig erscheinen, und die bisweilen wechselnde Beleuchtung kann die gesamte Erscheinungsform dramatisch aussehen lassen.

Das folgende Bild zeigt ein typisches Beispiel von Altocumulus asperitas:

Typischer Altocumulus asperitas
Typischer Altocumulus asperitas

Die genauen Entstehungsbedingungen von Altocumulus asperitas sind noch nicht vollständig geklärt. Doch scheinen sie insbesondere im Umfeld von Kaltfrontpassagen und (möglicherweise) auch Gewitterkomplexen gehäuft vorzukommen.

Auffallend ist, dass Ac asp überwiegend an Altocumulus opacus auftritt, also an der dicken Form des Ac. Mitunter handelt es sich dabei auch um die unterste Schicht eines Altocumulus opacus duplicatus. Dabei befinden sich diese Ac-Felder wiederum oft unterhalb einer Altostratusschicht, wie dies häufig im unmittelbaren Vorfeld einer (Kalt-)Frontpassage oder eines Gewittersystems zu beobachten ist:

Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus opacus unter Altostratus
Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus opacus unter Altostratus

Bei gewittrigen Lagen können möglicherweise auch die Zusammenballungen von Altocumulus castellanus (bzw. eventuell auch von Altocumulus floccus) eine Rolle für die Asperitas-Bildung spielen. In folgender Abbildung lässt die Unterseite des hier gezeigten Altocumulus castellanus eine mögliche spätere Entwicklung hin zu Altocumulus asperitas erahnen:

Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus castellanus unter Altostratus
Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus castellanus unter Altostratus

Es ist generell nicht auszuschließen, dass an bereits vorhandenen Wellenformen an solchen dichten Altocumuli die Asperitas-Entwicklung bevorzugt einsetzt:

Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus opacus undulatus mamma unter Altostratus
Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus opacus undulatus mamma unter Altostratus
Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus opacus undulatus unter Altostratus
Im Vorfeld von Asperitas: Altocumulus opacus undulatus unter Altostratus

Insbesondere scharfrandige und ungeordnet strukturierte Undulatus-Formen scheinen oft unmittelbar vor der Asperitas-Entwicklung aufzutreten…

Im unmittelbaren Vorfeld von Asperitas: scharfrandiger Altocumulus opacus undulatus
Im unmittelbaren Vorfeld von Asperitas: scharfrandiger Altocumulus opacus undulatus

Kommt es zur Asperitas-Entwicklung, so entstehen zunächst sehr kurzlebige und örtlich begrenzte, aber ausgesprochen charakteristische Formen…

Altocumulus stratiformis opacus asperitas (in Entstehung)
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (in Entstehung)
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (in Entstehung)
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (in Entstehung)

…die auch weiter örtlich sehr begrenzt bleiben können, so wie hier:

Altocumulus stratiformis opacus asperitas
Altocumulus stratiformis opacus asperitas
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (an der Grenze eines frontalen Wolkensystems)
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (an der Grenze eines frontalen Wolkensystems)

…sich aber auch nach und nach über weite Teile der Wolkenunterseite ausbreiten können:

Altocumulus stratiformis opacus asperitas
Altocumulus stratiformis opacus asperitas
Altocumulus stratiformis opacus asperitas
Altocumulus stratiformis opacus asperitas
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (Detail)
Altocumulus stratiformis opacus asperitas (Detail)

Auffallend ist, dass auch die Sonderform Altocumulus mamma oft in Verbindung mit Altocumulus asperitas vorkommt:

Im Umfeld von Asperitas: Altocumulus stratiformis opacus mamma
Im Umfeld von Asperitas: Altocumulus stratiformis opacus mamma

Im Umfeld von Altocumulus asperitas tritt außerdem häufig Niederschlag auf, Gewitter sind bisweilen nicht weit entfernt. Dabei kann hier jedoch keine grundsätzliche Regel aufgestellt werden, denn es kommen eben auch Bildungen von Ac asp ohne jeglichen Niederschlag vor. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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Asperitas (asp)

A

Asperitas (asp)

(lat. von asper = rau, uneben, stürmisch)

Diese Sonderform kommt bei den Wolkengattungen vor, die schichtförmig auftreten, und bei denen die Unterseite dieser Schicht in seltenen Fällen eine turbulente, rauhe und ungeordnete Struktur aufweisen kann. Dies ist bei Altocumulus und Stratocumulus der Fall.

Asperitas ähnelt entfernt der Unterart Undulatus und wurde dieser bei der Wolkenbeobachtung bislang zugeschlagen. Da das Aussehen von Asperitas jedoch ungeordneter und chaotischer als Undulatus erscheint, und da die dabei auftretenden Wellenformen nicht so gleichförmig ausgebildet sind wie bei Undulatus, wird Asperitas seit Herausgabe des neuen Wolkenatlas der WMO (2017) als neue Sonderform verwendet. Asperitas ähnelt insbesondere einer von unten betrachteten, rauhen Meeresoberfläche. Die Wellenstrukturen können mitunter sehr scharfrandig erscheinen, und die bisweilen wechselnde Beleuchtung kann die gesamte Erscheinungsform dramatisch aussehen lassen.

Die neuen Bezeichnungen heißen: Altocumulus asperitas (Ac asp) sowie Stratocumulus asperitas (Sc asp). Die folgenden Abbildungen verdeutlichen dies:

Altocumulus asperitas

Altocumulus asperitas
Altocumulus asperitas

Die Unterseite dieses typischen Ac asp zeigt eine Wellenform, ähnlich Altocumulus undulatus, die jedoch erheblich chaotischer, wilder und ungeordneter als Ac un erscheint. – Altocumulus undulatus mag im Vorfeld von Ac asp eine Rolle spielen. Vergleiche jedoch insbesondere die Netzstrukturen zusammengeballter Ac floccus bzw. Ac castellanus, die sich ebenfalls augenscheinlich im Vorfeld eines solchen Ac asp entwickeln können.

Stratocumulus asperitas

Stratocumulus asperitas
Stratocumulus asperitas

Stratocumulus asperitas liegt in tieferem Niveau als Ac asp, zeigt jedoch vergleichbare Strukturen: Eine ungeordnete, rauhe, wellige Wolkenunterseite, die sehr an eine von unten betrachtete Meeresoberfläche erinnert.

Zu welchen Gelegenheiten Asperitas auftritt, ist noch nicht vollständig geklärt. Doch scheinen sie insbesondere bei Kaltfrontpassagen gehäuft vorzukommen. Auch die Sonderform Mamma kann zusammen mit Asperitas immer wieder beobachtet werden.

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Altostratus cumulonimbogenitus

A

Altostratus cumulonimbogenitus (As cbgen):

Diese Altostratus-Entwicklung beschreibt jenen As, der sich aus einer anderen Wolkengattung weiterentwickelt hat. In diesem Fall erfolgt die Entstehung des As aus einem Cumulonimbus (Cb) bzw. aus einer Zusammenballung mehrerer Cumulonimben (= „cumulonimbogenitus“, siehe auch den Eintrag unter: Genitus (Zusatz)). Der Cumulonimbus ist hier als sogenannte Mutterwolke des Altostratus zu bezeichnen. Prinzipiell können bei der Entwicklung von As aus Cb alle As-Unterarten auftreten.

Altostratus cumulonimbogenitus tritt dann auf, wenn sich die oberen und mittleren Wolkenteile eines einzelnen Cumulonimbus bzw. eines Clusters aus mehreren Cumulonimben ausbreiten. Diese Ausbreitung kann sich durchaus weitflächig über viele hundert Kilometer vom Ursprungsort fort erstrecken. Daher ist ein As cbgen auf den ersten Blick nur manchmal sofort als solcher zu identifizieren. Hier hilft meist nur kontinuierliches Beobachten.

Altostratus cumulonimbogenitus vor Gewittern

Altostratus cumulonimbogenitus entsteht vor allem in der warmen Jahreszeit und in den Tropen häufig im Vorfeld großräumiger Gewitter, wie beispielsweise im Vorfeld von Gewitterfronten bzw. Gewitterclustern. Der As cbgen kann dabei durchaus schon einige Stunden vor Ausbruch des Gewitters beobachtet werden.

Da bei solchen Lagen die Wolkenbildung generell forciert wird, befinden sich meist weitere Wolkengattungen unterhalb des As cbgen. Häufig sind dies Altocumuli, die ihrerseits flocken- bzw. zinnenförmiges Aussehen aufweisen (Altocumulus floccus bzw. Altocumulus castellanus) und damit auf die Gewittergefahr hindeuten:

Vor einem Gewitter: As translucidus cumulonimbogenitus, darunter Ac floccus
Vor einem Gewitter: As translucidus cumulonimbogenitus, darunter Ac floccus

Häufig zeigt der sich aus dem Gewitterschirm ausbreitende As cbgen in solchen Fällen deutliche Strukturen, was auf die große Dynamik bei der Gewitterbildung zurückzuführen ist. Seine Unterseite erscheint somit “unruhiger” im Vergleich zu einem “normalen” Altostratus. In folgendem Bild zeigen sich neben streifen- auch mammaförmige Strukturen an der Unterseite des As (siehe auch Altostratus mamma):

Vor einem Gewitter: Altostratus translucidus mamma cumulonimbogenitus
Vor einem Gewitter: Altostratus translucidus mamma cumulonimbogenitus

Das gilt auch für die folgende Abbildung: Der As cbgen zeigt unterschiedliche Lichtdurchlässigkeit (siehe Altostratus opacus), eine deutliche Streifenform sowie deutliche Fallstreifen (siehe Altostratus virga) – und damit eine “unruhigere” Struktur als ein “normaler” Altostratus. Gleichzeitig werden die unter dem As befindlichen Altocumuli in Richtung des heranrückenden Gewitters (rechts unten) immer mächtiger.

Vor einem Gewitter: Altostratus opacus virga cumulonimbogenitus
Vor einem Gewitter: Altostratus opacus virga cumulonimbogenitus

Ein sehr charakteristisches Kennzeichen ist auch die Tatsache, dass der As cbgen nicht eine einförmige graue Farbe aufweist, sondern in Richtung des herannahenden Gewitters immer dunkler wird. Denn dort wird die heranrückende Wolkenmasse immer mächtiger (im Bild links unten):

Vor einem Gewitter: Altostratus opacus cumulonimbogenitus, von Hellgrau zu Dunkelgrau
Vor einem Gewitter: Altostratus opacus cumulonimbogenitus, von Hellgrau zu Dunkelgrau

As cbgen ist in diesen Fällen ein eindeutiger Hinweis auf unmittelbar bevorstehende Schauer- und Gewittertätigkeit.

Altostratus cumulonimbogenitus nach Gewittern

Altostratus cumulonimbogenitus entsteht häufig aber auch bei der Auflösung einzelner bzw. großräumiger Gewitter. Der As cbgen kann dabei durchaus noch viele Stunden nach Erlöschen des eigentlichen Gewitters beobachtet werden.

Die Ausbreitung der oberen und mittleren Partien eines Cumulonimbus kann dabei sowohl örtlich nur sehr begrenzt sein,…

Nach einem Gewitter: Sich ausbreitender Cb-Schirm, örtlich sehr begrenzt
Nach einem Gewitter: Sich ausbreitender Cb-Schirm, örtlich sehr begrenzt

…sie kann aber auch großräumig ausfallen, wie in dieser Abbildung am Beispiel eines zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa 200 Km entfernten Gewitters gezeigt wird:

Nach einem Gewitter: Sich ausbreitender großer Gewitterschirm
Nach einem Gewitter: Sich ausbreitender großer Gewitterschirm

Die Entstehung von As cbgen findet nach einem Gewittertag oft in den Abendstunden statt, wobei der As cbgen häufig als eine undefinierbare graue Masse im mittleren Wolkenstockwerk erscheint. Man achte auf die Unterschiede zu einem As cbgen vor einem Gewitter! Die Unterseite des As cbgen besitzt nun deutlich weniger Strukturen, was auf eine deutlich verringerte Dynamik bei der Gewitterauflösung zurückzuführen ist:

Nach einem Gewitter: Typischer Altostratus cumulonimbogenitus - wenig Strukturen
Nach einem Gewitter: Typischer Altostratus cumulonimbogenitus – wenig Strukturen

Solange die Entwicklung von As cbgen örtlich begrenzt bleibt, ist die Wolkenklassifikation leicht durchzuführen, da der As häufig noch die Form des ehemaligen Wolkenschirms des Cb aufweist:

Nach einem Gewitter: Altostratus cumulonimbogenitus - örtlich sehr begrenzt
Nach einem Gewitter: Altostratus cumulonimbogenitus – örtlich sehr begrenzt
Nach einem Gewitter: Altostratus cumulonimbogenitus - örtlich sehr begrenzt
Nach einem Gewitter: Altostratus cumulonimbogenitus – örtlich sehr begrenzt

Auf der Unterseite eines solch örtlich begrenzten As cbgen entstehen bisweilen auch Mamma-Erscheinungen:

Altostratus mamma cumulonimbogenitus
Altostratus mamma cumulonimbogenitus

Wenn die Auflösung eines oder mehrer Gewitter jedoch weitflächig stattfindet, ist die Wolkenklassifikation auf den ersten Blick nicht so einfach durchzuführen, denn die Herkunft des entstandenen As ist nicht sofort ersichtlich. Hier hilft durchaus ein Blick auf das gesamte Himmelsbild. Große eingelagerte Cumuli und Fallstreifen zeigen häufig den Schwerpunkt des ehemaligen Gewitters an…

Nach einem Gewitter: Altostratus translucidus cumulonimbogenitus
Nach einem Gewitter: Altostratus translucidus cumulonimbogenitus

…auch unterhalb des As cbgen befindliche Altocumuli, die bei der Auflösung eines oder mehrerer Gewitter übriggeblieben sind (hier: Altocumulus castellanus), geben Aufschluss…

Nach einem Gewitter: Altostratus opacus cumulonimbogenitus, darunter Altocumulus castellanus
Nach einem Gewitter: Altostratus opacus cumulonimbogenitus, darunter Altocumulus castellanus

…ebenso wie Lücken in der As-Schicht. Denn diese zeichnen oft die ehemalige Struktur eines Gewitterschirms nach:

Nach einem Gewitter: Altostratus cumulonimbogenitus
Nach einem Gewitter: Altostratus cumulonimbogenitus

Wenn die tiefstehende Sonne abends die Unterseite des As cbgen beleuchtet, sind oft eigentümliche Farbspiele die Folge:

Nach einem Gewitter: Abendrot an Altostratus opacus cumulonimbogenitus
Nach einem Gewitter: Abendrot an Altostratus opacus cumulonimbogenitus

Dies kann als Morgenrot aber auch in den Frühstunden geschehen, denn bisweilen hält sich ein durch Gewitterauflösung abends und nachts entstandener Altostratus cumulonimbogenitus noch bis in den nächsten Tag hinein. Die Wolkenschicht kann dabei bisweilen einige Tausend Kilometer Wegstrecke zurücklegen.

Altostratus cumulonimbogenitus ist je nach Auftreten somit entweder ein Anzeiger unmittelbar bevorstehender Gewittertätigkeit oder ein Anzeiger sich abschwächender Gewittertätigkeit. Umfassende Informationen vermitteln Ihnen hierzu die Seminare/Vorträge „Die Wolken – lesen lernen…“ sowie „Der Himmel – Farben und Formen richtig interpretieren“.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)
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