Altocumulus (Ac)

Das ist die typische Schäfchenwolke, manchmal auch als “grobe” Schäfchenwolke bezeichnet. Es ist neben dem Altostratus die zweite Wolkengattung des mittelhohen Stockwerks. Der Altocumulus kommt in Höhen zwischen etwa 2 und 7 Km über dem Erdboden vor und besteht aus (unterkühlten) Wassertröpfchen, bisweilen auch aus Eiskristallen. Die Bezeichnung “Altocumulus” wurde im Jahre 1870 eingeführt.

Den Ac sehen Sie oft in Form von Flecken, Feldern oder Schichten, mitunter wellen- und rippelförmig. Die Wolken besitzen im Allgemeinen einen Eigenschatten, und die einzelnen Wolkenelemente sind in der Regel zwischen 1° (Breite des kleinen Fingers) und 5° (zwei Daumen breit) groß – bei ausgestrecktem Arm.

Ein typischer Altocumulus
Ein typischer Altocumulus
Ein typischer Altocumulus mit Wellen
Ein typischer Altocumulus mit Wellen

Der Altocumulus ist mitunter auch so dick, dass Sonne und Mond durch die Wolke verdeckt werden:

Ein typischer dicker Altocumulus
Ein typischer dicker Altocumulus

Oft besitzt der Altocumulus auch glatte Ränder und nimmt linsenähnliche Formen an, wobei diese Art der Schäfchenwolke insbesondere bei Föhnwetterlagen in den Bergen charakteristisch ist.

Linsenförmiger Altocumulus bei Föhn im Gebirge
Linsenförmiger Altocumulus bei Föhn im Gebirge

Weiterhin charakteristisch beim Ac sind flockenartiges Aussehen (ähnlich wie Wattebäusche) sowie Wolkentürmchen, die sich aus einer gemeinsamen Wolkenbank heraus entwickeln. Beide – Flocken und Türmchen – können Sie als gute Gewitteranzeiger verwenden.

Flockenförmiger Altocumulus
Flockenförmiger Altocumulus
Zinnenförmiger Altocumulus
Zinnenförmiger Altocumulus

Die Bilder oben zeigen schön, wie vielgestaltig der Altocumulus ist. Daher gibt es beim Ac auch mehrere Arten:

Altocumulus stratiformis (schichtförmiger Ac)

Altocumulus lenticularis (linsenförmiger Ac)

Altocumulus castellanus (zinnenförmiger Ac)

Altocumulus floccus (flockenförmiger Ac)

Altocumulus volutus (rollenförmiger Ac - neu seit 2017)


Außerdem gibt es mehrere Unterarten:

Altocumulus translucidus (dünner Ac)

Altocumulus opacus (dicker Ac)

Altocumulus perlucidus (durchscheinender Ac)

Altocumulus duplicatus (doppelter/mehrfacher Ac)

Altocumulus undulatus (wellenförmiger Ac)

Altocumulus radiatus (strahlenförmiger Ac)

Altocumulus lacunosus (löchriger Ac)

 

Daneben gibt es auch noch einige Sonderformen:

Altocumulus virga (Ac mit Fallstreifen)

Altocumulus mamma (Ac mit Beutelformen)

Altocumulus cavum (Ac mit Eisfahnen, neu seit 2017)

Altocumulus fluctus (neu seit 2017)

Altocumulus asperitas (neu seit 2017)

Diese Einteilungen kennzeichnen die große Bandbreite dieser Wolkengattung. Sofern Altocumulus nicht unmittelbar als eigenständige Wolkengattung entsteht, kann sich Ac indirekt auch aus den Mutterwolken Cumulus (Altocumulus cumulogenitus) und Cumulonimbus (Altocumulus cumulonimbogenitus) entwickeln. Auch eine Umwandlung aus Altostratus, Stratocumulus oder Cirrocumulus kommt gelegentlich vor.

Der Altocumulus spielt für die Wettervorhersage eine wichtige Rolle. Denn diese Wolke kommt in der Regel dann vor, wenn Wetteränderungen kurz- bis mittelfristig bevorstehen.

(Text + Bild, alle Rechte: Dr. Martin Gudd)

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